Lyrik

Als die Amsel verstummte

Er ist so laut, des Schweigens Klang,
tönt tückisch grellverschlagen,
ich weiß noch, wie die Amsel sang,
ihr Klagelied vor Monden.

Ach, die Amsel ich beweine,
seit plötzlich sie verstummte,
zartkehlig Amsel, du schönfeine,
dein Schweigen ruft mir zu.

Eines Nachts im Mondenschein
sie singt auf meiner Linde:
«Wein nicht, ich stimm ergeben ein
hinab in euer Schweigen.»

Er ist so laut, des Schweigens Klang,
tönt feigelaunisch grollend.
Lieb Amsel mein, dem Sein entlang,
wird mich dein Stummen trauern.

Singe

 

Singe hier, singe da, singe immer und wieder

liebliche Nachtigall

Singe

über das Moor hinweg

über finsterkalte Sümpfe

Dein Gesang ströme

über dumpfen Asphalt der Täglichkeit

über unvermenschte Wälder

feierliche Pracht der Sterne

Singe in herzensvolle Seelen

liebliche Nachtigall

du

sanftweise Komponistin

mit dem silberschönen Gefieder

Singe hier, singe da, singe immer und wieder

Singe hinein

in Gebrochene

Verzweifelte

in Zornverhüllte

Friedensferne

in Mutlose,

Liebesuchende,

in Todliebkosende

Vergiss sie nicht

Singe für jene

deren Hände ich hielt

und für die

deren Hände ich nie halten werde

Singe hier, singe da, singe immer und wieder.

Wenn dein Gesang verstummt

ertönt meine Stimme vom Weh.

Wenn ich Gott wäre

Ich bin ein Mensch
Doch
Wenn ich Gott wäre
Was würd ich alles richten!
Oh, was würde ich
tun mit diesen Wichten?
Verstand würd ich
ihnen lehren.
Zur Liebe würde ich sie
bekehren.

Ich bin ein Mensch
Doch
Wenn ich Gott wäre
Was würd ich alles richten
Nein, ich würde
nicht mehr dichten.
Ich würde die Erkenntnis
des Guten ihnen zeigen
damit Respekt und Achtung
ihnen wird zu eigen.

Ich bin ein Mensch
Doch
wenn ich Gott wäre
was würd ich alles richten!
Hass mit Liebe würde
ich vernichten
Oh, und das Leben wäre
diesen Erdenzwergen allzu
leicht
Wenn man es nicht
mit Zwängen nur vergleicht.

Ich bin ein Mensch
Doch
Wenn ich Gott wäre
Was würd ich alles richten
Dem Teufel müsst ich mich
verpflichten
Oh, und wenn er zu mir
als Engel käme wieder
Blieb ich lieber Mensch.
Und das wär mir zuwider!

( Auszug aus dem Manuskript „Als die Amsel verstummte“)

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