Lyrik

Wenn ich Gott wäre

Ich bin ein Mensch
Doch
Wenn ich Gott wäre
Was würd ich alles richten!
Oh, was würde ich
tun mit diesen Wichten?
Verstand würd ich
ihnen lehren.
Zur Liebe würde ich sie
bekehren.

Ich bin ein Mensch
Doch
Wenn ich Gott wäre
Was würd ich alles richten
Nein, ich würde
nicht mehr dichten.
Ich würde die Erkenntnis
des Guten ihnen zeigen
damit Respekt und Achtung
ihnen wird zu eigen.

Ich bin ein Mensch
Doch
wenn ich Gott wäre
was würd ich alles richten!
Hass mit Liebe würde
ich vernichten
Oh, und das Leben wäre
diesen Erdenzwergen allzu
leicht
Wenn man es nicht
mit Zwängen nur vergleicht.

Ich bin ein Mensch
Doch
Wenn ich Gott wäre
Was würd ich alles richten
Dem Teufel müsst ich mich
verpflichten
Oh, und wenn er zu mir
als Engel käme wieder
Blieb ich lieber Mensch.
Und das wär mir zuwider!

( Auszug aus dem Manuskript „Als die Amsel verstummte“)

 

Ein Tag im Mai

 

Aus Staub wurde Licht

und Worte flossen in das schöne Gefieder der Taube.

Die schönste, die ich je erblickt.

Ein lieblich Mädchen mit rotgold‘nem Haar

ging an einem Tag im Mai neben mir ein Stück.

Tröstete mir mit glockiger Stimme

die Bitterkeit von meinen Lippen.

So jung war sie. Doch weise schon.

Mit Gedanken aus Himmel und Meer.

Erdbeerwolken und finsteren Wassern.

Und sommerschön wie roter Mohn.

Vielleicht spielt sie mir bald,

hinein mit ihrem streichenden Klang

in meinen ersten weißgesträhnten Sommer,

tief unter meine ädrig gewordene Haut?

Verwandelt meine schwerträgen Worte. Besüsst meine Trauer?

Und mir irgendwer da draußen, alles was ich schreibe, glaubt.

Weil sie mir etwas hinterlässt.

Spielt Flammendes in meinen spröde geword‘nen Mund.

Hält mich, ohne mich zu halten. Fest.

Und

meine Haut würde nicht mehr sein wie Pergament

und mein Herz nicht mehr aus rotem Eis. Kaltrot und leer.

Wer weiß? Was ist mir heute begegnet. Wer?

 

Ich wollte wissen

 

Ich wollte wissen

was dich anrührt

inmitten des Kerzenscheins,

als die Zeiger der Uhr

über die Zeit flossen

wie unsere Küsse

über die herbstliche Haut,

deine Lippen willig

an meinem späten

Busen

 

Mein Haar wie Regen

auf deine Wangen fiel,

als ich deine Augen sah

eine Insel unter dem Meer

Die mich lockten

mich über dir auszubreiten

damit du aus mir trinkst

wie aus einem Kelch

ungarischen Weines.

 

Ich wollte wissen

ob es meine Haut ist

Meine süß würzige Fülle

oder mein

tiefer Grund.

Ach, warum wissen?

Warum nur immer dieses

Und?

 

Als du gingst,

waren meine Schultern

leicht.

Der komische Kauz

von Gegenüber

mit dem weißen Bart,

der aus der Alltäglichzeit,

lächelte.

Ob er es wissen wollt?

 

Für H.

Auszug aus dem bald erscheinenden Gedichtband „Was von mir bleibt“ – mit den schönsten Gedichten aus 10 Jahren meines Wirkens als Poetin.

 

 

Mein Lyrikband „Was von mir bleibt“ wird die besten Gedichte aus zehn Jahren meiner Arbeit als Poetin beinhalten.

Lassen Sie sich überraschen!

Tagmüde

Auszug aus dem 2019 erscheinenden Gedichtband „Was von mir bleibt“

 

Fazit

Bittgesang

Einmal

Liebe will ich …

Ich lächle dem Leben zu

Ohne Dich

Wenn es regnet

Was wir brauchen

Sehnsucht nach Frieden

Fortgedacht

Vermissend 

Sylvia Kling 26.12.2018