Was von mir bleibt

Mein Lyrikband „Was von  mir bleibt“ hat  die Verlagsräume in München erreicht und wird  für eine Veröffentlichung vorbereitet.

Es werden die schönsten Gedichte aus 10 Jahren meiner Arbeit als Poetin enthalten sein.

Mit sehr ausgewählten Gedichten, nicht nur poetisch, auch hin und wieder philosophisch oder auch eindringlich, mich reibend an den Schwächen des Menschen und der Gesellschaft,  möchte ich meine LeserInnen in mein Worteboot einladen.

Gedichte auf meine Art:

vom fragilen Grat unseres Daseins, zwischen Glück, Liebe, Melancholie, Niedergeschlagenheit und der Liebe zur Natur – aber auch immer wieder mit dem Blick auf die Zeit, die Vergänglichkeit – und unser Herz.

Kleine Auszüge möchte ich euch aus dem Buch zeigen:

Was ist für dich Liebe?

Mein wehendes Haar,
deine aufgeblähten Triebe?
Oh, welch ein Saft
Und unterkühlt
in meiner wildwarmen Haut.
Erzähl mir doch von Liebe
Bis ich‘s glaub.

Was ist für dich Liebe?

Mein sanftschweres Stöhnen,
und alles, das ich dir gab
Was du aus
trock‘nem Munde
lange so vermisst?
Erzähl mir doch von Liebe
Wer du
in deinen Gedanken,
Tief in dir drinnen bist.

Du hast anderswo
in and‘rer Zeit
für and‘re dich zu vergeben.
Ich will mich nicht fügen.
Für mich wär‘ Zeit
und dein Gefühl
Geschenk. Und Sinn.
Und keinen Frühling
weil die Lerche singt
So – voller Lügen.

Deshalb ich nicht bliebe.
Erzähl mir nicht
Von Liebe

Sylvia Kling/April 2019

Sehnsucht nach Frieden

Nun warte ich schon lange Zeit,

dass es werde,

dieses Gefühl des Friedens in mir

und ich folge dem Wind

Dem Wind.

In meinem Garten blüht der Holunder

Nebenan hängt die Wäsche

frisch duftend für ein Kind

Bald wird’s geboren sein.

Hier hinein?

Ja, doch! Warum nicht?

In unserer Heimat immerhin

stehen noch alle Häuser

Stein auf Stein

Die Butterbrote sind prall belegt.

Wenn Wälder gerodet werden,

schreien nicht nur die Vögel.

Jeder braucht etwas,

wofür er sich regt.

Wofür es sich gut fühlt und lebt.

Wir hungern nur am Herzen

So klein sind wir auf Erden.

Warum träume ich also

von einer friedlichen Welt

und frage?

Wann geschieht es

und die Hoffnung

wächst über Gräbern und Mauern?

Kürzer werden meine Jahre, meine Tage.

Wie lange wird es noch dauern?

September 2018

Und immer

 

wenn der Mond aufsteigt

Der Schrank aus Kiefernholz

deutsch verarbeitet

in meiner tristen Kammer

seine toten

Äste ausstreckt

Greifend

nach meiner Einsamkeit

 

Und immer

wenn das Schweigen

sich erhebt

In meinen Ohren der Nacht

Geschwindigkeitslüstern

die Zeit mir

das Entjüngen

macht

 

Und immer

vermisse ich dich

der im Irgendwo

mit ihnen – geschieht

Enger, leiser

mit losen Herzen

volllippigen Worten

die nichts bedeuten

Oder dir doch?

 

Und immer

der du mir augenfern

Wer du bist

Frage ich

Noch.

 

Sylvia Kling/April 2019