Rezensionen

Was von mir bleibt

erschienen als Printausgabe und e-Book im August 2019

„Seit ich die ersten Texte von Sylvia Kling gelesen habe, bin ich begeistert. Deshalb habe ich mir Ihren neuen Gedichtband sofort als E-Book geladen. Ich wurde wieder nicht enttäuscht! Dieser großartige Querschnitt durch ihre lyrischen Werke der letzten zehn Jahre ist atemberaubend. Eine große Seele hat hier gesprochen, eine Dichterin von außergewöhnlichem Format. Sie zieht damit gleich mit so bedeutenden Dichterinnen wie Christa Wolf oder Eva Strittmatter. Mit diesem Werk hat sie unter Beweis bestellt, dass sie zu den großen zeitgenössischen Stimmen deutscher Lyrik gehört. Ihr Klang ist unverwechselbar! Wer Literatur liebt, muss dieses Buch in seiner Bibliothek haben! Ich werde mir deshalb auch die Printausgabe besorgen.“

Rezension von Yvonne Kerjean (Amazon)

„Sylvia Klings Dichtungen sind in ihrer formalen Art nicht einheitlich, sondern äußerst vielgestaltig: Mal nur vier Zeilen lang, mal sogar sich über zwei ganze Seiten erstreckend. Mal sparsam in den Worten (aber keinesfalls wortkarg), dann mitunter wie Prosa geschrieben.

Und wie bei Lyrik fast immer üblich, steht auch bei Sylvia Kling die Liebe thematisch im Mittelpunkt: da wird Hoffnungen und Ängsten, wird Freuden, Enttäuschungen und Abschieden Ausdruck gegeben und das auf eine sehr feinfühlige Weise. Breiten Raum nehmen auch (eigene?) Depressionserfahrungen ein; dazu viel Melancholisches und sogar „Trauerarbeit“.

Ein weiteres weites Feld nicht nur ihrer Lyrik sind die Natur, die Lebensumwelt (Heimat) und sehr viel Jahreszeitliches.

Aber – und das ist eigentlich das Besondere: Sylvia Kling bleibt bei solchen Themen nicht stehen, sondern sie wendet sich in ihren Texten nicht minder intensiv und vor allem kritisch gesellschaftlichen Problemen des Hier und Heute zu. Da geht es um das immer noch glimmende Erbe des deutschen Faschismus, da geht es um den immer wieder bedrohten Frieden, um die immer stärker werdende Kriegsgefahr. Leider bleibt sie hier bei den Erscheinungen stehen, dringt sie nicht zu den Ursachen für Kriege, Fremdenfeindlichkeit und -haß vor. Dennoch sind ihre Aussagen klar und sollen warnen, aufrütteln.

Deutlich wird ihre Sozialkritik vor allem im Gedicht mit dem langen Titel „Der Deutsche im empathischen Wohlstandsmodus“ (S. 149-150). (…)

Sylvia Klings Gesellschaftskritik schließt – das muß besonders hervorgehoben weil, weil hierzulande leider kaum verbreitet – die Religions- und Kirchenkritik (Christentum) ein.  (…)

Um Sinn- und Glaubensfragen (S. 133 bzw. S. 76) sowie um Philosophisches geht es noch in einigen anderen Gedichten. Wer über den Menschen und Menschliches nachdenken möchte, der findet in dieser Anthologie dafür viele Anstöße; feinfühlig und tiefsinng, aber in keiner Zeile plakativ. (…)“

Rezension von Siegfried R. Krebs

„Ab 40 wird’s eng“

erschienen im März 2019

„Ich mag die klingsche Art, in die extremsten fraulichen Gefühlswelten einzudringen: Von 0 auf 100 in 5 Wörtern, von 100 auf 50 mit 3-Wörter-Vollbremsung, mit 50 (Wörtern) auf der Landstraße den Verkehr aufhalten und dann wieder durchstarten – großartig! Zartbesaitete männliche Leser sollten allerdings vor der Lektüre doch besser ihre American-Football-Sachen anlegen . Besonders interessant und gut beschrieben fand ich als Nicht-Deutscher auch ihre DDR-Einblicke aus erster Hand. Ich würde das Taschenbuchformat empfehlen, weil die dialogintensiven Stellen dort besser zur Geltung kommen, als im E-Book-Format. Alles in allem ein sehr gelungenes Werk .

Marc Hincel/Lyriker und Autor

Witzig, Lustig und doch aus dem Leben gegriffen

Ein paar Stunden vergnügliche Lektüre – immer wieder findet man sich als Frau selbst darin. Und manche Männer vielleicht auch. Negatives wird nicht beschönigt, dennoch kommt kein Fatalismus auf, weil die Autorin trotz Schicksalsschläge am Ende zuversichtlich bleibt.
Interessant sind auch die Rückblenden in die jüngeren Jahre in der DDR. Insofern bietet dieses Buch auch zeitgeschichtliche Informationen.
Lesenswert!

Yvonne Kerjean

Menschlichkeit aus dem „Nähkästchen“

Sylvia Kling schreibt ihren Roman mit der für sie typischen Treff-Sicherheit bei der Wahl ihrer Worte und wunder-voll präzisen Wortkreationen, über die man oft beim aufmerksamen Lesen erst stolpert. (So, wie auch in ihrer Lyrik!). Sie trifft ihr Ziel: Das ureigenste Gefühl des Lesers, berührt und macht hin und wieder sehr nachdenklich und betroffen. Hierbei wird sie aber nicht schwer oder sentimental, sondern erreicht Tiefe quasi im Vorbeigehen…

Der Fluss des Geschehens ist mit Leichtigkeit, Humor und großem Verständnis verfasst und verleitet geradezu, weiter zu lesen. Sylvia Kling beschreibt ihre Figuren mit Liebe und veröffentlicht Dinge, die Menschen in der Regel meist lieber im Verborgenen belassen, ohne sie jedoch blosszustellen. Der Leser wird nicht nur mit sichtbar gemachten Informationen gefüttert, sondern die Personen, ihr Frust, Freude, Traurigkeit und ihre Handlungen werden be-greifbar und er-lebbar.
Ein zutiefst menschliches Buch!
Ich freue mich schon auf Sylvia Klings nächstes Buch.

Amazon Kunde

 

AusGeatmet

Eine bedeutende lyrische Stimme

Diese Dichterin ist außergewöhnlich, weil sie den Leser direkt und mit schnörkelloser Sprache anspricht. Das verbindet sie mit Erich Kästner, wie mit Bert Brecht oder auch Wolf Wondratschek. Wenn sie spricht, dann klingt die Seele. In ihren Gedichten schwingt zu Zeiten tiefe Melancholie, sie vermittelt Einsichten, auch das verbindet sie mit vielen ihrer am Jahrhundert leidenden Dichterkollegen. Sie muss in die Schulbücher, denn sie ist eine der ganz großen lyrischen Stimmen der Gegenwart!

Yvonne Kerjean

Ein bunter Strauß voll schöner Gedichte

Das Gedichtelesen wurde mir in der Schule kräftig verleidet. Was mussten wir sie auseinandernehmen, ja gar sezieren. Was wollte der Dichter uns damit sagen? Diese Frage habe ich nie verstanden. Woher soll ich wissen, was in einem Dichter oder einem Schriftsteller vorgeht, wenn er sein Werk schreibt?
Mir hätte die Frage besser gefallen: Was sagt Dir dieses Gedicht. Was liest Du dort für dich raus?

Nun also mein erstes Gedichte-Buch. Mit ein bisschen Bammel bin ich da ja rangegangen. Werde ich die Verse alle verstehen? Aber selbst, wenn nicht, was macht es? Es ist keiner da, der fragt: Was wollte dir Sylvia Kling damit sagen?

Und doch fühle ich mich bei vielen ihrer Gedichte angesprochen. Zum Beispiel bei den DDR-Erinnerungen in Das Haus. Obwohl meine Heimat weiter nördlich liegt, hat es mich gleich in die Altstadt von Rostock verschlagen.

Oder ein wunderschönes Liebesgedicht. Sylvia Kling hat mir gestattet, ein Gedicht zu zitieren und das stelle ich euch hier vor:

„Bist Du nicht bei mir

Bist Du nicht bei mir
atmet die Luft sich schwer,
unbarmherzig treibe ich,
fühlt mein Leibe sich leer

Bist Du nicht bei mir,
so im Trübsinn ich bade,
wie flügellahm krächze
im Nebelgeschwade

Bist Du nicht bei mir,
bin ich ziellos auf Reise
und in Vollkommenheit
ist dieses Fühlen. So weise.“

Das ist so wunderschön und hat mich sofort gepackt.

Die Themen, die Sylvia Kling in ihrem Gedichtbuch anspricht, sind breit gefächert: Liebe, Sehnsucht, Natur, Heimat, Politik, Menschlichkeit, Verzweiflung, Hoffnung.

Ich bin aber auch so ehrlich, zu sagen, dass ich zu einigen der Verse keinen Zugang fand. Mir lagen eher die Gedichte, in denen mir kleine Geschichten geboten wurden. Sylvia Kling weiß sicher, was ich damit meine.

Gespickt ist das Büchlein mit wundervoll passenden Illustrationen von Khalid Aouga.

Zum Schluss noch etwas Positives: Ich lese ja nicht im Bett, da schlafe ich immer ruck zuck ein. Aber dieses Büchlein findet heute seinen Platz auf meinem Nachttisch. Da ich es innerhalb von drei Tagen recht schnell durchgelesen habe, gönne ich mir die nächste Zeit jeden Abend ein Gedicht vorm Einschlafen.

Dido

Die Spuren entschlüsselt der Blinde

Sylvia Kling. Ein guter Name, wenn man sich der klingenden Sprache der Lyrik verschrieben hat. Und sie löst ein, was ihr Name verspricht. Bei ihr klingt es im Reim, es klingt im Rhythmus und es klingt im freien Vers. Sie weiß ihre Worte zu wählen und zu setzen.

Dabei ist Sylvia Kling vielfältig in ihrer Themenwahl. Doch ob sie nun über die Liebe selbst, die Heimat oder auch die Natur schreibt, sie schreibt mit Tiefe. Schnell merkt man, dass hier eine schreibt, die schreiben muss, weil sie etwas zu sagen hat. Eine, die sich verschenkt an das Leben und sich immer wieder auch daran aufreibt, bis sie an ihre Grenzen kommt.

Es sind kleine und große Fragen um unsere Gesellschaft, die sie „ruhelos denken“ – über ihre „zerlaufende Vergangenheit“ bis hin zu den politischen und sozialen Auswüchsen im Jetzt. Fragen um die Lieben(den) in ihrem Leben, die sie immer wieder weinen machen, mal golden flüsternd, mal rot schreiend: „Taut auf das Eis um mein Herz“.

Und es sind Antworten, die sie oft genug in der Natur und durch die Natur erhält. Oder wenigstens die Metaphern zu den Antworten. Da sind Wolken, Stürme und Sterne. Ozeanblaue und feuerrote Himmel. Wälder und Berge. Und immer wieder Wasser. Goldener Regen. Sonnengelbe Flüsse. In die sie oft genug das lyrische Ich hineinwirft, es forttreiben lässt, um so vom Persönlichen zum Allgemeingültigen in ihrer Lyrik zu gelangen.

Die Verknappung der Sprache durch die Entfernung des Ichs, ihre ganz eigene Verwendung von BinnenMajuskeln und bewusst gesetzten rhythmischen Holperern, so wie eine beim Schreiben noch nach einer tieferen Bedeutung suchende Formgebung ihrer Gedichte … zwingen einen förmlich beim Lesen innezuhalten, nochmals zu lesen, Pausen zu denken, voran zu fühlen und rückwärts zu blättern.

„Erzählt allen Sehenden Geschichten der Vergangenheit“, denn „nicht die Vergangenheit ist eine Lüge“, sondern zu „jammern und beklagen den Untergang vom Sonnenland“ ohne etwas dagegen zu tun. Folgt den Zeichen, die „aus rostigen Ketten sich befreien, im WildLeben sich einzureihen“. „Die Spuren entschlüsselt der Blinde“.

Sylvia Kling hat Glaube, Liebe, Hoffnung noch nicht aufgegeben. Und ihre Gedichte erzählen davon. Sinnenfreudig, tiefgründig, lustvoll. Und nicht zuletzt auch, in vielen ihrer Liebesgedichte, erotisch.

Angereichert wird das Ganze, gewürzt manchmal, manchmal verdeutlicht und bisweilen gar verschleiert durch wundervolle KugelschreiberZeichnungen von Khalid Aouga.

Ich würde sagen: >AusGeatmet< sollte der Liebhaber von Lyrik kaufen. Und lesen. Und wieder lesen. Immer wieder lesen. Linear und kreuzundquer. Hungrig. Und mit weitem Herzen. Denn dies ist Lyrik, die es verdient, geliebt zu werden.

JMB

 

Ein Gedichtband in der guten sächsischen Tradition von Gottsched, Körner und Kästner.
Das Schwierigste an Geschichten in Gedichtform ist es wohl, den Schwung der ersten Verse bis zum Ende zu tragen. Das ist der Preis für den Kerngedanken, den tiefen Sinn in balladenhafter Lyrik. Neben ihrer klaren, direkten und meist schnörkellosen Sprache verbindet gerade das Sylvia Kling mit Erich Kästner oder Johann Christoph Gottsched. Wortgeplänkel, rieselnde Phonetik, das versuchen viele mit wechselndem Ergebnis. Im Grunde wird auf diese Weise bunter Wortsalat immer wieder neu gemischt und selten abgeschmeckt. Das mag schöngeistig sein, für eine Weile sogar meditativ. Aber bald ist es ermüdend. Das ist Sylvia Kling nicht, wie ich es ganz persönlich aus ihren Gedichten herausempfinde. Ihr schläfrig gewordenen Liebhaber wohlgesetzter Worte, hier ist ein neues Mittel gegen derartigen Überdruss, hier wurzelt tiefer Sinn in wortgewandtem Boden und regt zum mitdenken an. AusGeatmet ist streitbare Lyrik voller Lust, Wut und Hoffnung und manchmal voller Melancholie.

Gero Bernard

BruchStücke

Lyrik, die begeistert

Wer sich auf die Gedichte von Sylvia Kling einlässt, wird diese Momente nicht bereuen.
Die Vielzahl ihrer Themen, die sie auf eine ganz eigene Art zu Lyrik vertont, spricht den Leser emotional an und inspiriert ihn, sich den Texten näher zu widmen.
Mich haben besonders ihre Liebesgedichte berührt, weil ihre Zeilen einladen, den eigenen Träumen zu folgen.
Sylvia Kling schenkt ihre Aufmerksamkeit der Natur und ihrer Schönheit, ist aber ebenso aufgeschlossen und hemmungslos kritisch gegenüber sozialen Problemen und Ungerechtigkeiten in der Welt.
In ihren Gedichten spricht sie Situationen an, die ihre Seele berühren und somit wird auch der Leser kreativ involviert.

Ein Gedicht zu schreiben, bedarf Können und die Fähigkeit Inhalt und Form klangvoll zu vereinen.
Sylvia Kling ist das sehr gut gelungen. Gekonnt finden ganz verschiedene stilistische Mittel Anwendung in ihren Versen und selbst Gedichte ohne jeden Reim erhalten ihre Melodie.

„Bruchstücke“ spiegeln eine sinnliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der Gegenwart wider und laden buchstäblich ein, jeder Zeile zu folgen und jedes Stück an Poesie als ein Ganzes zu erleben.

Ich wünsche der Autorin weiterhin viele gute Ideen und schöpferische Energie für schöne lyrische Augenblicke.

Bücherfreund

Mit den beiden Bänden „BruchStücke“ I u. II zeigt uns die Autorin Sylvia Kling wieder ihre Liebe zur Lyrik. Sie beleuchtet , mahnt aber auch behutsam und zeigt Missstände unserer Gesellschaft auf, taucht ein in die Gefühlswelt, wie Liebe und Tod. Schreibt aber ebenso über die Natur und die Umwelt. Kurz: Wieder zwei unbedingt lesenswerte Bücher der Autorin Sylvia Kling

Karl Miziolek

EigenTümlich

Was ich wirklich besitze…..die ersten Worte eines Gedichts welches mich so sehr berührt. Bruchstücke von Sylvia sind Bruchstücke, die in jedem neuen Text wieder und wieder die Bruchstücke der Gesellschaft und auch von einem selbst in Erinnerung rufen.
Wenn die Erde reißt, bleibt uns nicht viel über, vielleicht aber, dass wir Worte, Gedanken und Texte von Sylvia im Kopf und in der Seele behalten.

Zeit
du melodisch schwingende,
melancholisch stumme, vertraut… ( Ungewissheit)

Gewiss bin, dass deine Bruchstücke auf ewig in meinen Gedanken sind.

Danke für diese wundervollen Texte 🙂

Ninde